Tracks and Travels

Episoden von einem großartigen Planeten

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Kategorie: Simmilieren

Affenkönige

In der Podcastfolge “Der Affenzirkus von Shimla” (#005, gleich unten) dreht sich alles um das Chaos, das 20.000 Affen in der nordindischen Stadt anrichten. Bei der Recherche habe ich auch mit Menschen gesprochen, die versuchen, sich die Affen vom Leib zu halten. Natürlich wollte ich auch eine offizielle Stellungnahme. Das ging dann so:

>> “What to do?” In der typischsten aller indischen Fragen schwingt alles Mögliche mit. Dass man ja alles versucht hat. Dass man ja willens ist. Dass man natürlich weitere Petitionen nach Delhi geschickt habe. Dass natürlich kein Geld da sei. What to do? Singhs Kopf macht eine kreisende Bewegung, die aussieht, als zeichne er einen liegende Acht nach.

“Man könnte den Leuten erklären, das sie die Affen nicht mehr füttern sollen. Nur so zum Beispiel.”

“Yes.”

“Man könnte auch die Mülleimer in den Straßen regelmäßig leeren lassen.”

“Yes.”

“Und man könnte darüber nachdenken, ob das Problem nicht auch darin liegt, dass der Lebensraum der Affen immer kleiner wird. Irgendwo müssen sie ja hin.”

Mr. Singh verändert ruckartig seine Haltung. Der Mensch soll das Problem sein?

“No, Sir. No! No! No! WIR haben immer weniger Platz, wir, die Menschen. Überall sind Affen. Überall.” <<

Türen

Es gibt Momente im Leben, in denen öffnet sich eine Tür. Manchmal sieht man sie schon von weitem, manchmal aber steht man völlig unerwartet vor ihr, zu einem Zeitpunkt und an einem Ort, an dem man überhaupt nicht mir ihr gerechnet hat.

Und dann? Nicht immer wird man sich trauen, durch die Tür hindurchzugehen. Aber sie öffnen und nachzusehen, was einen auf der anderen Seite erwarten würde: Zumindest das sollte man immer machen.

Blau

Wenn ich das richtig weiß, gab es früher kein Wort für blau – erst kurz vorm Mittelalter entstand blao, was im Althochdeutschen soviel wie schimmernd bedeutete. Wahrscheinlich heißt der blaue Himmel auch seit damals erst blauer Himmel (in den Jahrhunderten davor haben die Menschen wahrscheinlich so was gesagt wie: “Sire, sehen Sie nur! Kein einzig’ Weiß am Firmament!”)

Hier im Rhein-Main-Gebiet sah der Himmel bis vor kurzem nur selten aus wie auf dem Foto. Wir haben hier ziemlich oft Hochnebel, oder es ist diesig, oder der eigentlich makellos blaue Himmel wird von all den Flugzeugen durchschnitten, die in Frankfurt im Minutentakt starten oder landen. Aus gegebenem Anlass passiert das in diesen Wochen ja eher seltener, und weil da oben sich außerdem mehrere meteorologische Variablen aufs Glücklichste zusammenfügen, steht man morgens auf, schaut aus dem Fenster und – genau.
Jeden Tag. Seit Wochen. Klarheit, absolute.
Immerhin dort oben.

Perspektivenwechsel

Wie im übrigen Leben ist natürlich auch beim Reisen vieles eine Frage der Perspektive – die Welt sieht aus der Sicht eines Falken eben anders aus als aus der Sicht einer Kröte … ist ja klar, weiß jeder …Und trotzdem denken wir alle viel zu selten daran, auch mal die Perspektive zu wechseln, oder? Müsste man viel öfter machen! Sich mal auf den Bauch ins Gras legen und den kleinen Käfern dabei zusehen, wie sie die Halme rauf und wieder runter flitzen. Oder auch nur mal in die Hocke gehen, um sich die Welt mal aus der Perspektive seines Hundes anzuschauen -doch! Die sieht dann anders aus! Und natürlich könnte man auch mal wieder auf nen Baum klettern für die Eichhorn-Perspektive, aber da rate ich dann doch eher von ab …zumindest ab einem gewissen Alter.

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Thema von Anders Norén.

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